Die Rheinländer
150 Meter Straße für 150 Jahre Rheinland
Ende der 1950-er Jahre nahm die Wohlstandsrepublik deutlich
Konturen an - nicht nur bei den Konfektionsgrößen. "Fresswelle",
"Kleidungswelle" und "Wohnungswelle" rollten durchs Land.
Musik- und Heimatfilme begleiteten die erste "Reisewelle" in die
Berge bis nach Italien. Auch Rhein und Mosel lockten. Das Traumziel aber war
Amerika. Sein Lebensstil setzte Maßstäbe, weckte Sehnsüchte: Kühlschrank und
Fernsehgerät, Kaugummi und Straßenkreuzer, Mickey Mouse und Tupperparty,
Nylonstrumpf und Lederjacke, Petticoat und Rock-and-Roll, adrette
"Fräuleins" und pomadige "Halbstarke".
Häuser und Szenen der Ausstellung sind mit Liebe zum Detail gestaltet: In der Küche aus der Nachkriegszeit sind Möbel, Gerätschaften und Dekoration im Stil der Zeit. "Viele Dinge haben wir aus dem Magazin des Museums nehmen können", erklärt Sabine Thomas-Ziegler, während sie einen der Bewohner des Hauses wieder richtig auf einen Stuhl setzt. Auch eine passende Beleuchtung, akustische Simulationen und Projektionen sollen den Ausstellungsbesuchern Geschichte näher bringen. "So entsteht im Weltkriegsszenarium der Eindruck, dass Bomber über die Zuschauer hinweg fliegen", erklärt Ausstellungsmacher Michael Faber.
Eine Szene mit einem Schusterjungen in der Werkstatt gibt einen Einblick in die Situation der Handwerksbetriebe zu Zeiten der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts. Neben der Werkstatt sind Arbeiterwohnungen zu finden. Deren Einrichtung spiegelt die ärmlichen Verhältnisse, in denen die ersten Fabrikarbeiter lebte. Gegenüber im Gründerzeithaus zeugen wertvolle Möbel, Geschirr und Tapeten vom Reichtum der neuen bürgerlichen Klasse.
Eine atmosphärische sehr dichte Ausstellung.
















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