Nach dem Erfolg des Kinofilms „Nachts im Museum" klingelten nicht nur bei der Produktionsfirma die Kassen, sondern auch im American Museum of Natural History in New York. Selbst für eine Institution wie das monumentale neoklassizistische Museum am Central Park West mit seinen mehr als 30 Millionen Exponaten ist ein solches Besucherinteresse ungewöhnlich. Hollywood vermag offenbar noch zu mobilisieren. Und so werden die Kinder von geschultem Personal durch das Museum gelotst, wo sie rund um den riesigen afrikanischen Baobab-Baum Fangen spielen, im Sandkasten nach Knochen buddeln und diese dann zusammensetzen können. Sie inspizieren unterm Mikroskop Wasserproben aus einem Teich des Central-Parks, in dem mehr winzig kleine Tiere leben, als Ameisen in einem Ameisenhaufen. Auf dem Programm stehen virtuelle Spaziergänge inmitten afrikanischer Elefantenherden; es gibt klassische Filmvorführungen, etwa über Delfine oder Affen. Und selbst auf eine Schnitzeljagd nach Fossilien lassen sich die Museumsangestellten ein. Dann bekommen die Kleinen gelbe Schutzhelme und Bergarbeiterlampen ausgehändigt, in der Dinosaurierhalle ist es dunkel. Bei der Begegnung mit den bis zu 20 Meter hohen Skeletten, deren tiefe Augenhöhlen und spitz zulaufende Schnauzen noch immer gefährlich aussehen, wird manch kleiner Held wieder zum Kleinkind, das sich schluchzend an Mutters oder Vaters Hand krallt. Speziell für größere Kinder (bis 13 Jahre) hat eine 80-köpfige Expertengruppe des Museums einen sogenannten Entdeckerraum eingerichtet, der inzwischen so populär ist, dass sich schon lange vor Öffnung lange Schlangen bilden. Über eine Million Besucher wurden bislang gezählt. Doch mehr noch als die Statistik zählt für die Museumsleitung der pädagogische Erfolg. Es soll schon Siebenjährige gegeben haben, die nach ihrem zweistündigen Exkurs in die Wissenschaft problemlos Begriffe wie Paläontologie, Anthropologie oder Biodiversität über die Lippen brachten. Im Museum werden die Kinder interaktiv in diese Gebiete eingeführt, erleben in modernster Simulationstechnik Zoologie,
Geologie und Astronomie und erkennen beim Museumsrundgang die Dinge wieder. Das didaktische Prinzip ist klar: Den Kindern wird nicht etwas erzählt, sie lernen vielmehr die Naturwissenschaft im Versuch kennen, beim Anfassen, Ausprobieren und Spielen. Sind Erklärungen notwendig, ist ein Helfer sogleich zur Stelle, ohne aber dabei die Führung zu übernehmen. Für größere Kinder werden Nachmittagskurse angeboten, manche Schulen integrieren sie bereits in ihre Lehrpläne. Ein Erfolg, der mit vier Millionen Besuchern jährlich zu Buche schlägt Es soll sogar New Yorker Kinder geben, die nahezu täglich hierherkommen. Sie finden es cool im Museum, das zum Abenteuerspielplatz geworden ist.
Anreise: Nach New York fliegen diverse Fluggesellschaften, darunter Lufthansa (lufthansa.com), Singapore Airlines (singaporeair.de), Delta Air Lines (delta.com).
Übernachten im Museum: Für Kinder von 8 bis l2 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen, 129 Dollar pro Person, inklusive Abendsnack und Frühstück.
Adresse: American Museum of Natural History, Central Park West and 79thStreet, www.amnh.org
Auskunft: Fremdenverkehrsbüro New York, Tel 089/23 662121, unwunewyorfc.de



















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